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Shootingreise St. Petersburg, Aktfotografie im Loft-Studio bei natürlichem Licht, Fine Art Nude Print von Martin Wieland
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Shootingreise nach St. Petersburg, September. Acht Models, ein Überfall.

Ankunft

St. Petersburg ist schön, aber die Stadt bemüht sich nicht, dir zu gefallen. Ich hatte keine Angst, aber ich hatte Respekt. Vielleicht lag es an der Sprache, vielleicht an diesem Gefühl, nie ganz zu wissen, wo man gerade steht.

Die „Familienpension“

Wir wohnten in einer kleinen, netten „Familienpension“, die ungefähr 1.700 Zimmer hatte. Die Flure wirkten wie Flughäfen, die Wände waren dünn und es war ständig laut. Das Hotelessen war es nicht, aber das Essen in der Stadt war durchgehend sehr gut.

Tagesrhythmus

Morgens gab es Frühstück, danach fuhren wir mit dem Uber ins Studio. Die Fahrer setzten uns häufig 500 bis 600 Meter vor der Location ab. Mit kyrillischen Schildern und ohne Orientierung fühlt man sich in solchen Momenten ehrlich verloren, aber irgendwie fanden wir den Weg jedes Mal.

Die Studios

Wir haben ausschließlich in Studios gearbeitet — aber wer bei „Studio” an weiße Wände und Studioblitze denkt, lag falsch. Die Locations in St. Petersburg waren Lofts. Hohe Decken, alte Bausubstanz, viel Charakter. Und vor allem: Tageslicht. Große Fenster, oft nach Norden oder Osten ausgerichtet, das weiche Licht das man nicht kaufen kann.

Ich arbeite ohnehin lieber mit Available Light als mit künstlichem Licht — nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil es ehrlicher ist. In diesen Räumen war das keine Kompromissentscheidung. Es war die einzig richtige. Das Licht hat die Arbeit mitgemacht.

Mehr über Available Light Photography: PetaPixel — Photography 101: Using Available Light

„Intense“ – Schwarzweiß-Aktportrait im Innenraum mit starkem Kontrast und direkter Körpersprache – zeitgenössische Aktfotografie

Arbeiten zu zweit

Wir waren zu zweit unterwegs und versuchten, uns nicht gegenseitig zu beeinflussen. Wenn mein Freund im Studio fotografierte, klopfte ich an, wartete auf das Okay und blieb draußen, bis er fertig war. Wenn ich an der Reihe war, stand er woanders, und das Model auch. Am Abend sahen wir die Ergebnisse und beneideten uns gegenseitig. Genau so sollte es sein.

Drei Stunden, Pause, Wechsel

Eine Shootingreise ist kein Urlaubstrip. Vormittags arbeiteten wir mit zwei Models und fotografierten etwa drei Stunden. Danach machten wir eine kurze Mittagspause, wechselten am Nachmittag die Location und trafen neue Gesichter. Dann fotografierten wir wieder drei Stunden. Es gab keine Stoppuhr, aber es gab einen Rhythmus, der sich schnell eingespielt hat.

Sie, die nur Russisch sprach

Eines der Models sprach ausschließlich Russisch. Es war nicht nötig, viel zu erklären, weil sie ein gnadenloses Tempo vorgab. Sie stellte sich hin, blickte kurz, fragte „Что дальше?“ – „Was jetzt?“ – und wechselte schon in die nächste Haltung. Ich habe selten so schnell fotografiert und selten so gern. Diese Energie hat den ganzen Raum getragen.Eines der Models sprach ausschließlich Russisch. Es war nicht nötig, viel zu erklären, weil sie ein gnadenloses Tempo vorgab. Sie stellte sich hin, blickte kurz, fragte „Что дальше?“ – „Was jetzt?“ – und wechselte schon in die nächste Haltung. Ich habe selten so schnell fotografiert und selten so gern. Diese Energie hat den ganzen Raum getragen.Eines der Models sprach ausschließlich Russisch. Es war nicht nötig, viel zu erklären, weil sie ein gnadenloses Tempo vorgab. Sie stellte sich hin, blickte kurz, fragte „Что дальше?“ – „Was jetzt?“ – und wechselte schon in die nächste Haltung. Ich habe selten so schnell fotografiert und selten so gern. Diese Energie hat den ganzen Raum getragen.

Der „Schumacher“-Fahrer

Einen Uber-Fahrer nannten wir nur „Schumacher“. Er fuhr im Ortsgebiet knapp hundert Stundenkilometer, nahm Kurven, als wären es Slalomtore, und lächelte dabei freundlich. Ich hielt mich fest und fragte mich, ob hier alle so fahren oder ob wir einfach Glück hatten.

Das Essen

Ein Abend blieb besonders hängen: Wir wollten mit zwei Models Steak essen. In diesem Lokal sah jeder Kellner und jede Kellnerin aus wie ein Model und sang zwischen den Gängen. Es wirkte absurd, aber es war gut – kulinarisch und als Moment.

Der Überfall

Am letzten Tag hatten wir noch Zeit und schauten uns eine Kirche an. Mein Equipment blieb im Hotel, das seines nicht. Auf der Straße sprach uns ein Mann an und bot eine Mütze an, eine dieser mit herunterklappbaren Ohren. Währenddessen versuchte jemand, den Kamerarucksack meines Freundes zu öffnen. Er drehte sich um und schlug zu. Plötzlich standen fünf Männer da. Es ging schnell, laut und sinnlos. Am Ende fehlte ein Objektiv, sonst nichts. In diesem Moment wurde mir klar, dass diese Männer nichts zu verlieren hatten.

Trotzdem bleiben die guten Dinge. Ich denke zuerst an die Frauen, die freundlich, präsent und unkompliziert waren. Ich denke an das Essen, an die Abende nach dem Shooting und an das Model, das nur Russisch sprach und trotzdem alles verstanden hat. St. Petersburg hat mich nicht umarmt, aber die Woche war voll. Acht Models, viele Bilder und ein paar blaue Flecken. Es war echt, und dafür bin ich hingefahren.

Was bleibt

Die Bilder aus dieser Shootingreise gibt es als limitierte Fine Art Prints direkt hier. Nicht im Postergeschäft. Nicht bei Amazon. Nur hier, nur solange die Edition läuft.

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